Neuigkeiten

05.12.2014, 11:05 Uhr
„Der deutsche Meisterbrief steht für handwerkliche Qualität, qualifizierte Unternehmer und ist Basis der dualen Ausbildung. Daher wollen wir ihn weiter stärken“
Sybille Benning zur Bundestagsdebatte zum deutschen Meisterbrief
„Das Rückgrat des deutschen Mittelstandes bilden die Handwerksbetriebe.“, so Münsters Bundestagsabgeordnete Sybille Benning (CDU). „In vielen Gewerken gibt es die Meisterpflicht. Wer einen eigenen Betrieb aufmachen will, muss vorher den ‚Großen Befähigungsnachweis‘ erwerben, anders gesagt: seinen Meister machen. Dieses System hat sich sehr bewährt und wir wollen es weiter stärken.“

Derzeit führt die Kommission der Europäischen Union einen Evaluierungsprozess der nationalen Berufsreglementierungen durch. „Es ist gut, wenn wir dadurch im Ergebnis Klarheit über die innerhalb Europas geltenden Regelungen erhalten. Für uns ist es die Gelegenheit, auf die Stärken unseres Systems hinzuweisen.“ So Benning. „Inzwischen haben auch andere Mitgliedstaaten der Europäischen Union die Effektivität unserer dualen Ausbildung erkannt. Wir werden sie gern darin unterstützen, entsprechende Strukturen in ihren Bildungssystemen einzuführen oder weiter auszubauen. Denn dafür steht der deutsche Meisterbrief: Erfolgreiche Unternehmerqualifizierung, Basis für handwerkliche Qualität und tragende Basis für die duale Ausbildung. Wir haben die heutige Debatte im Deutschen Bundestag zum Anlass genommen, dies noch einmal ganz deutlich herauszustellen.“

Das deutsche Handwerk bildet mit rund einer Million Betrieben und mehr als 5,3 Millionen Erwerbstätigen eine tragende Säule des deutschen Mittelstandes. In über 130 Gewerken bilden Handwerksbetriebe rund 400.000 junge Menschen aus. Jährlich werden rund 120.000 neue Ausbildungsverträge geschlossen. Damit leiste das Handwerk einen erheblichen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Gesamtwirtschaft. Auch dafür, dass Deutschland mit 7,8 Prozent derzeit die geringste Jugendarbeitslosigkeit vorweisen kann, zeichnet das Handwerk in hohem Maße verantwortlich. Für diesen Erfolg ist die Meisterqualifikation als Voraussetzung für den Ausbilder ein bestimmender Faktor. So bilden Meisterbetriebe weit stärker aus als Betriebe in zulassungsfreiem Handwerk.

In der Meisterschule werden den zukünftigen Führungskräften nicht nur eine hohe Kompetenz im eigenen Fach vermittelt, sondern darüber hinaus die Fähigkeiten und Kenntnisse, die man braucht, um erfolgreich einen Betrieb leiten zu können. Dazu gehören wirtschaftliche Grundlagen ebenso wie Personalführung, wozu dann auch der Ausbildungsbereich gehört.

Die Fachkompetenz hält das Gütesiegel „Made in Germany“ und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands dauerhaft hoch. Durch die unternehmerischen Qualifikationen ist die Verweildauer von Betrieben im zulassungsfreien Handwerksbereich deutlich geringer als im zulassungspflichtigen Handwerk, das heißt, Meisterbetriebe haben eine weit höhere Chance, sich dauerhaft am Markt zu platzieren.

Benning, die dem Ausschuss für Bildung und Forschung im Deutschen Bundestag angehört, betont: „Mir ist besonders wichtig, bei dieser Gelegenheit die Attraktivität der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu betonen. Fachkräfte werden gebraucht und haben gute Karriereaussichten. Ich setze mich dafür ein, dass junge Menschen neben der akademischen Ausbildung auch die berufliche Ausbildung für sich als guten Weg sehen, in ein erfolgreiches Arbeitsleben zu starten – und vielleicht selbst einmal Meister zu werden.“ 

Nächste Termine

Weitere Termine