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02.02.2016, 14:26 Uhr
Sybille Benning: Genforschung an menschlichen Embryonen in britischem Labor ist Dammbruch
Große Bedenken in Deutschland
In Großbritannien dürfen erstmals zu Forschungszwecken menschliche Embryonen gentechnisch verändert werden. Die zuständige Behörde hat nun ein Forschungsprojekt genehmigt, im Zuge dessen Embryos gezielt Gene entnommen werden können. Ziel der Forschung soll sein, besser zu verstehen, wie sich gesunde Embryos entwickeln. Die Embryos sollen dazu längstens sieben Tage in einer Petrischale wachsen und nicht ausgetragen werden. „Dies ist ein Dammbruch.“, stellt Münsters Bundestagsabgeordnete Sybille Benning fest, Berichterstatterin für den Bereich Bioethik in der Arbeitsgruppe für Bildung und Forschung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. „Aus guten Gründen sind in Deutschland Laborexperimente mit menschlichen Embryonen grundsätzlich verboten.“
Erst Ende letzten Jahres hatten führende Wissenschaftler auf einer mehrtägigen internationalen Konferenz in Washington über die ethische Zulässigkeit solcher Experimente debattiert. Auch über die Einsetzung eines weltweiten Moratoriums wurde diskutiert. Gleichzeit wurde deutlich, dass das Interesse an Experimenten an Embryos zu reinen Forschungszwecken durchaus vorhanden ist. „Es sieht so aus, als wollten die britischen Forscher jetzt vorangehen.“, so Benning. „Wir werden sorgfältig beobachten, was im Bereich der Genforschung international geschieht. Gleichzeitig müssen wir uns darüber klar sein, was wir wollen und wo unsere Grenzen sind. Daher bin ich auch dankbar dafür, dass der Deutsche Ethikrat, der dieses Thema bereits seit langem kritisch begleitet, „Genome Editing“ zum Thema seiner Jahrestagung im kommenden Juni machen wird.

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