Neuigkeiten

22.03.2016, 14:33 Uhr
Ostergruß
... und die aktuellsten Themen.
Sehr geehrte Damen und Herren,

Im vergangenen Jahr sprach Papst Franziskus in der Ostervigil davon, dass man Ostern nicht erleben könne, ohne in das Geheimnis einzutreten. Es sei keine intellektuelle Angelegenheit, es bedeute nicht nur zu erkennen, zu lesen, sondern es sei viel mehr. „Ins Geheimnis einzutreten“, sagte er, „verlangt von uns, keine Angst vor der Wirklichkeit zu haben: sich nicht in sich selbst zu verschließen, nicht vor dem zu fliehen, was wir nicht verstehen, nicht vor den Problemen die Augen zu verschließen, sie zu leugnen, nicht die Rätsel beiseitezuschieben. Ins Geheimnis einzutreten bedeutet, über die eigenen bequemen Sicherheiten, über die Trägheit und die Gleichgültigkeit, die uns bremsen, hinauszugehen und sich auf die Suche nach der Wahrheit, der Schönheit und der Liebe zu begeben, einen nicht von vornherein erwarteten Sinn zu suchen, eine nicht banale Antwort auf die Fragen, die unseren Glauben, unsere Treue und unseren Verstand in Krise versetzen.“

 

Auch in diesem Jahr bleibt die Flüchtlingskrise ein akutes und ein nach nicht allein kurzfristigen, sondern nachhaltigen Lösungen forderndes Thema, das die Politik in Berlin beschäftigt. Der Wunsch nach banalen Lösungen ist groß. Er führt zu Diskussionen innerhalb bestehender Parteien und sogar zu der Etablierung neuer Parteien, die meinen, vermeintlich einfache Lösungen durch Mauern und Grenzzäune bieten zu können. Solche Forderungen können keine vernünftige Alternative bilden. Für mich als Abgeordnete für Münster gilt: das Festhalten an einer europäischen Lösung; eine Kooperation mit der Türkei, um in erster Linie illegalen Schleusern das Handwerk zu legen und um Migration koordinierbar zu machen; eine verstärkte finanzielle Unterstützung der Städte und Kommunen, um sie bei der Unterbringung der Flüchtlinge zu unterstützen; sowie eine Integration von bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, um den Neuankömmlingen ein unabhängiges Leben als Teil unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Die EU und die Türkei einigten sich am Wochenende in einer historischen Erklärung darauf, dass die Türkei künftig alle irregulär nach Griechenland kommenden Flüchtlinge zurücknimmt. Im Gegenzug nimmt die EU für jeden illegal ankommenden syrischen Flüchtling, der in die Türkei zurückgeschickt wurde, einen syrischen Bürgerkriegsflüchtling auf. Gemeinsam mit der EU werden die humanitären Bedingungen für Syrer verbessert. Die Türkei erhält bis 2018 sechs Milliarden Euro für konkrete Flüchtlingsprojekte – damit beispielsweise Kinder eine Schule besuchen können oder die Gesundheitsversorgung verbessert werden kann. Ebenso wird es eine logistische und personelle Unterstützung für Griechenland geben. Ich bin mir sicher, dass wir es Schritt für Schritt schaffen, diese Krise zu lösen und bei gelingender Integration auch langfristig von unseren jetzigen Bemmühungen profitieren werden.

 

Gerade der Fachkräftemangel beschäftigt die deutsche Wirtschaft. Insbesondere gehört der Pflegekräftemangel in Deutschland zu den künftig größten Herausforderung. Die Menschen in Deutschland leben heute länger als vorangegangene Generationen. Zu verdanken ist dies insbesondere der guten medizinischen und pflegerischen Versorgung. Die Zahl der alten Menschen und ihr Bevölkerungsanteil nehmen zu. Da Menschen mit steigendem Alter vermehrt pflegebedürftig sind, wächst auch die Anzahl der pflegebedürftigen Personen. Der demografische Wandel betrifft die Pflege in doppelter Weise. Mit der Alterung der Bevölkerung steigt die Nachfrage nach professioneller Pflege. Zugleich sinkt das Arbeitskräftepotenzial, aus dem der Bedarf nach Pflegefachkräften gedeckt werden kann, der in den kommenden Jahrzehnten weiter stark ansteigen wird. Künftig soll daher eine einheitliche Ausbildung zur "Pflegefachfrau" oder zum "Pflegefachmann" übergreifende Qualifikationen vermitteln. Ziel ist, Menschen aller Altersgruppen gut pflegen zu können: in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen sowie auch ambulant. Damit müssen Auszubildende in Pflegeberufen sich demnächst nicht mehr am Anfang ihrer Ausbildung entscheiden, ob sie in die Krankenpflege, Kinderkrankenpflege oder Altenpflege gehen. Die Finanzierung der Ausbildung wird bundeseinheitlich geregelt. Für Auszubildende ist sie künftig kostenfrei. Das ist ein großer Fortschritt, denn derzeit zahlen Auszubildende an etlichen Schulen Gebühren. Außerdem erhalten alle Auszubildenden künftig eine Ausbildungsvergütung, wie es in vielen anderen Ausbildungsberufen üblich ist. Die neue Pflegeausbildung ist eine dreijährige Fachkraftausbildung mit Unterricht an Pflegeschulen sowie praktischer Ausbildung. Bei der praktischen Ausbildung können die Auszubildenden einen Schwerpunkt wie beispielsweise Altenpflege wählen, der auch auf dem Abschlusszeugnis als "Vertiefungseinsatz" ausgewiesen wird. Die Ausbildung ist auch in Teilzeit möglich und dauert dann fünf Jahre. Pflegekräfte in Heimen und Krankenhäusern sind gefragt. Besonders in der Altenpflege ist der Mangel an Fachkräften zu spüren. Durch das Gesetz zur Leistungsverbesserung in der Pflege arbeitet die Bundesregierung daran, noch mehr für die Menschen zu tun, die in der Pflege arbeiten. Dazu gehört zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff auch eine Neubemessung des Personals.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie ein frohes und friedliches Osterfest.


Ihre Sybille Benning

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