Neuigkeiten

06.05.2009, 10:47 Uhr
Die unterschiedlichen Facetten der Wirtschaftskrise
Welche Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise für das Münsterland und die Stadt Münster? Und wie kann die Wirtschaft den Herausforderungen trotzen und gestärkt aus der derzeitigen Lage herausgehen? Diese Fragen waren der Ausgangspunkt für das Gespräch zwischen Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, dem Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen und dem Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Thomas Sternberg (CDU) in der vergangenen Woche.

Prof. Dr. Thomas Sternberg MdL im Gespräch mit dem Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen, Karl-Friedrich Schulte Uebbing, über die wirtschaftliche Lage im Münsterland
Der Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Thomas Sternberg informierte sich bei dem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen, Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, über die wirtschaftliche Lage im IHK-Bezirk, der das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region umfasst.

Die wirtschaftliche Situation sei zweifellos schwierig, sie habe aber durchaus viele Facetten, meint IHK-Chef Schulte-Uebbing: "Wir erleben derzeit eine weltweite Pha-se der Kapazitätsanpassung und vor allem eine Neuausrichtung der Weltwirtschaft, die sicher zum Gutteil, aber nicht allein der Bankenkrise geschuldet ist." Diese Ein-schätzung teilt auch Prof. Sternberg, der überzeugt ist, dass insbesondere das Wechselspiel zwischen starker Profitausrichtung, mangelnden Regeln in der Globali-sierung und Versagen internationaler Kontrollinstanzen zur momentanen wirtschaftli-chen Krise beigetragen hat.

Auf die Frage von Prof. Sternberg, in welchen Branchen in Münster und Umgebung bereits verstärkt die Auswirkungen der Wirtschaftskrise zu spüren seien, antwortet der Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen: "In manchen Bereichen ist die Krise noch nicht vollständig angekommen, wie etwa allen den Branchen, die stark vom privaten Konsum abhängen. Dazu gehört etwa das Ernährungsgewerbe. In der Speditions- und Transportbranche ist dagegen die Wirtschaftskrise wohl am deut-lichsten zu spüren, verstärkt vor allem durch die Mauterhöhung, die deshalb nach unserer Meinung ausgesetzt werden sollte ." Besonders betroffen seien darüber hin-aus vor allem Unternehmen, die stark vom Export oder vom Automobilbau abhingen. Derzeit ist in 2.100 Betrieben im IHK-Bezirk Nord Westfalen Kurzarbeit eingeführt worden, für 45.000 Beschäftigte (März 2009).

Prof. Thomas Sternberg und Karl-Friedrich Schulte-Uebbing stimmen in ihrem Gespräch vor allem darüber überein, dass die Krise die Unternehmen und Menschen in ihrem wirtschaftlichen Handeln nicht lähmen sollte - ganz im Gegenteil. "Für die Un-ternehmen kann die derzeitige Lage sogar eine Chance sein, um sich neu zu profilie-ren und auf dem Markt zu positionieren", so Schulte-Uebbing. Prof. Sternberg warnt darüber hinaus vor unnötiger Panikmache und voreiligen Entscheidungen: "Wir müssen uns im Münsterland auf unsere Stärken besinnen und zugleich neuen innovativen Technologien und Modernisierungstendenzen gegenüber aufgeschlossen sein, dann kann die Krise auch ein Neuanfang sein."

Nächste Termine

Weitere Termine

Suche