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24.01.2011, 11:15 Uhr
Schmerzgrenze bei Energiepreisen ist überschritten
Einspeisevergütungen in EU harmonisieren / Europäischer Zertifikatehandel für erneuerbare Energien
Vor einer Bedrohung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie durch zu hohe Energiepreise haben der Vorsitzende des Europa-Ausschusses der CDU-Mittelstandsvereinigung, Markus Pieper, und der Vorsitzende des Industrieausschusses des Europäischen Parlaments, Herbert Reul (CDU) gewarnt. Verantwortlich für die hohen Kosten sei das „unglückliche Zusammenspiel europäischer Vorgaben und deutscher Klimamusterschüler-Ehrgeiz“. So habe sich die Stromkostenbelastung für die deutsche Industrie seit 2003 mit einem Anstieg von 4,8 Cent/kWh auf 12,1 Cent/kWh mehr als verdoppelt. Durch die anstehenden Kosten des Netzausbaus für erneuerbare Energien und die neue Ersteigerungspflicht für Emissionszertifikate würden die Strompreise in den nächsten Jahren weiter steigen.
Dr. Markus Pieper MdEP
Um den Preisanstieg zu bremsen fordern Pieper und Reul eine Harmonisierung der verschiedenen nationalen Einspeisesysteme in der EU. So werde sichergestellt, dass die Energiegewinnung aus Wind, Wasser, Sonnenkraft und Biomasse nur dort unterstützt wird, wo die günstigsten naturräumlichen Voraussetzungen herrschen. "Es macht keinen Sinn, dass Deutschland einen 'Umweltschutz mit Goldrand' praktiziert, während in Südeuropa riesige Potenziale der Sonnenenergie brachliegen", so die beiden Europaabgeordneten.
Zudem könne die EU zum Beispiel ein europäisches Handelsystem mit Herkunftsnachweisen erneuerbarer Energieproduktion (Zertifikate) einführen, die den Mitgliedstaaten eine gegenseitige Anerkennung erworbener Zertifikate auf die nationalen Klimaschutzzielsetzungen ermögliche. Das würde einen Anreiz für Investitionen in regenerative Energien dort setzen, wo sie am meisten Sinn machen.

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