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08.03.2011, 09:10 Uhr
Stellungnahme zur Resolution des Studierendenparlaments zum Verbot der Nutzung des Universitätsgeländes durch die Bundeswehr für Feierlichkeiten
Ist diese Schizophrenie noch zu überbieten?

Wenn eine Jugendorganisation einer Partei sich in solch einer Weise positioniert gegenüber unserer Bundeswehr und damit auch gegenüber allen Staatsbürgern in Uniform und denen, die es einmal waren und noch werden wollen, dann mag dies mit Blick auf jugendlichen Aktionismus und eine in diesem Alter vielleicht stärker vorhandene Suggestibilität gerade noch verständlich sein. Es zeugt aber von mangelnder Bildung, wenn zur Begründung der Resolution Vergleiche mit dem NS-Regime gezogen werden und die Bundeswehr in eine solche Traditionslinie gestellt wird.

Der ursprünglich für die Feier des Lufttransportkommandos geplante große Zapfenstreich, der hier als Beispiel herangezogen wird, hat eine viel längere Tradition und wurde als Feierlichkeit erstmals während der Befreiungskriege gegen Napoleon begangen. Eine Lektüre des Traditionserlasses der Bundeswehr könnte der Unwissenheit hinsichtlich der Traditionslinien Abhilfe schaffen. Diesbezüglich sollte die SPD ihren Nachwuchs dringend aufklären.
Darüber hinaus wirkt es kleinkariert, wenn man diese kurzfristige Nutzung, bei der es lediglich um das architektonische Ambiente vor dem Schloss geht, einer Organisation verweigert, die mit ihren Hilfseinsätzen viel Gutes in der Welt bewirkt hat. Im Übrigen ist eine Kritik an der Bundeswehr für Ihre Einsätze Fehl am Platze, da sie als Parlamentsarmee eben genau das tut, was Ihr von den gewählten Volksvertretern aufgegeben wird. Der Beschluss des Studierendenparlaments tritt das Andenken an die Menschen mit Füßen, die im Dienst und in den Einsätzen ihr Leben gelassen haben, in die Sie auch gerade von der SPD geschickt worden sind.
Dass die SPD ihrer „Jugendorganisation freie Hand“ lässt, ist keine erforderliche Distanzierung von deren Verhalten. Sie setzt damit aber ihr janusköpfiges Verhalten gegenüber der Bundeswehr in Münster fort. Erst verlängerte sie die Patenschaft nicht, dann fordert sie andererseits einen Einsatz für die Sicherung des Standorts Münster und jetzt wiederum kritisiert sie das Verhalten ihrer Jugendorganisation nicht. Schweigen heißt Zustimmung, sagt man. Wenn die SPD also nicht in der Lage sein sollte, ihrem Nachwuchs den seit Jahrzehnten bestehenden demokratischen Konsens hinsichtlich der Integration der Bundeswehr in die Gesellschaft und hinsichtlich Ihres Einsatzes zum Wohle von uns allen wie auch zur humanitären Hilfe zu vermitteln, kann die CDU sehr entspannt in die Zukunft blicken, weil die SPD sich dann selbst ins Abseits stellt!


Marc Würfel-Elberg, Hauptmann a.D. und Dipl.-Päd.
Leiter des Arbeitskreises Außen-, Sicherheitspolitik und Europa der CDU Münster