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19.05.2011, 15:01 Uhr
Die wunderbare Welt des Designs
Kaffeemaschinen, 3D-Drucker und Plagiate: Der Landtagsabgeordnete Prof. Sternberg informiert sich über die Arbeit von vier Münsteraner Industriedesignern

Formen, Farben und Funktionalität – das sind die wesentlichen Kriterien, mit denen Christoph Feder und sein Kollege Vitold Heer sich tagtäglich befassen. Ob Kaffeemaschinen, Kinderspielzeuge oder Gewürzdosen, die Industriedesigner sind dafür verantwortlich, dass unser Alltag schöner wird. Wie genau der Prozess von der ersten Ideen bis zum fertigen Produkt vonstattengeht, darüber informierte sich der Landtagsabgeordnete Prof. Thomas Sternberg bei seinem Besuch. Sternberg, der immer wieder Unternehmen in Münster besucht, um sich einen Einblick zu verschaffen und mit den Menschen zu sprechen, zeigt sich sehr angetan, von den zahlreichen Designs und Projekten der beiden Designer.

Pressefoto: Prof. Dr. Thomas Sternberg, Stefan Frank, Alex Ludwig, Vitold Heer, Christoph Feder (von links nach rechts)
Als eines der größten Probleme bezeichnet Feder, der gemeinsam mit seinem Kollegen bereits mehrfach den renommierten reddot design award für ein besonders gelungenes Produktdesign erhielt, das Plagiieren von Produkten. „Gerade gestern habe ich zufällig wieder eine eindeutige Kopie von einem unserer Designs entdeckt“, berichtet Feder und zeigt dem Landtagsabgeordneten die originale Sprühflasche sowie das zum Verwechseln ähnliche Plagiat des Markenprodukts. „Der Ideenklau ist sehr ärgerlich. Die Produkte werden innerhalb kürzester Zeit in Asien nachgebaut und dann hier verkauft. Dagegen anzugehen, das ist sehr schwierig“, so der Designer.
Das Schönste an ihrem Beruf, da sind sich Feder und Heer einig, sei der kreative Schaffensprozess sowie die Momente, in denen man selbst entworfene Produkte im Regal entdeckt. „Es ist egal, in welcher Stadt oder in welchem Land man sich aufhält, denn sobald man ein eigenes Design sieht, fühlt man sich direkt zu Hause“, erzählt Vitold Heer lachend. 
Der neueste Clou von Feder ist die Arbeit mit einem 3D-Drucker, der aus Computerbildern direkt reale drei dimensionale Objekte wie zum Beispiel selbst entworfene Lampenschirme erstellt. Gemeinsam mit den jungen Designern Alex Ludwig und Stefan Frank, die sich im Bereich 3D-Modellierung selbständig gemacht haben, probiert Feder zahlreiche innovative Möglichkeiten aus. „Die Leute staunen immer, wenn sie sehen, was mit der Technik bereits möglich ist und wie komplex die Ergebnisse sind“, sagt Feder. Und der Designstudent Ludwig berichtet von einem der letzten Projekte: „Wir haben für den Künstler Timm Ulrichs einen Stein eingescannt, den wir dann in vier verschiedenen Größen reproduziert haben.“ Aber auch das Scannen und Drucken von nicht mehr vorhandenen Ersatzteilen alter Oldtimer oder sogar das Reproduzieren von Gesichtern sei heute kein Problem mehr, berichtet Stefan Frank.
Der Landtagsabgeordnete freut sich über den Einsatz der innovativen Technik. „Das ist die Zukunft. Handwerk, Wissenschaft und viele andere Branchen werden davon profitieren, davon bin ich überzeugt.“ Außerdem betont Sternberg, wie wichtig es sei, den Technologiefortschritt zu fördern und intensiv zu unterstützen. Als Erinnerung an seinen Besuch und Anschauungsgegenstand schenken die vier Designer dem Abgeordneten einen selbst kreierten Brieföffner, den sie zuvor am 3D-Drucker ausgedruckt hatten.