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03.06.2009, 23:00 Uhr | Westfälische Nachrichten
Europäischer Frühschoppen in Angelmodde
WN-Artikel vom 02.06.2009
szmtag

CDU-Europaabgeordneter Markus Pieper wirbt für hohe Wahlbeteiligung
 
 
Der Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper (l.) warb für Europa und die Europawahl: „Es wird kaum positiv berichtet, was Europa so nicht verdient.“ Der Vorsitzende der CDU Angelmodde Frank Sölken (r.) führte durch den Europa-Frühschoppen im Gallitzin-Haus.Foto:
Der Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper (l.) warb für Europa und die Europawahl: „Es wird kaum positiv berichtet, was Europa so nicht verdient.“ Der Vorsitzende der CDU Angelmodde Frank Sölken (r.) führte durch den Europa-Frühschoppen im Gallitzin-Haus.Foto:
(mlü)
 
Münster-Angelmodde - Die Politik der Europäischen Union betrifft fast 500 Millionen Menschen. Wenn aber die Abgeordneten des Europäischen Parlaments bestimmt werden, gehen regelmäßig nur wenige ins Wahllokal.

Ein solches Wahllokal wird für Angelmodde-Dorf am kommenden Sonntag das Gallitzin-Haus sein. Und genau dort riet der Europaabgeordnete Dr. Markus Pieper den Gästen des Europa-Frühschoppens noch einmal: „Auf jeden Fall sollten Sie zur Wahl gehen.“ 99 Deutsche werden nach Brüssel gehen. Welche, das bestimmt der Wähler: „Wer nicht wählen geht, darf sich nachher nicht beschweren. Und wie fühle ich mich denn, wenn ich mit nur 20 Prozent der Bürger legitimiert wurde?“

CDU-Politiker von vier politischen Ebenen stellten sich zwei Stunden lang den Fragen der Gäste sowie des Moderators Frank Sölken, dem Vorsitzenden der Angelmodder Ortsunion. Für die Ebene des Europäischen Parlamentes sprach Pieper. Für die nationale Ebene die Bundestagsabgeordneten Ruprecht Polenz und Johannes Röring. Markus Lewe war als Oberbürgermeisterkandidat der CDU und Bezirksbürgermeister für die lokale Ebene zugegen. Als „Stimme der Jugend“ wurde Katharina Damm von der Jungen Union vorgestellt. Die CDU-Ratsherren Franz-Pius Graf von Merveldt und Heinz-Georg Buddenbäumer hatten im Publikum Platz genommen. Ebenso Vertreter der Senioren-Union.

Im größten Raum des kleinen Gallitzin-Hauses blieb bei soviel CDU nur noch wenig Platz. Die etwa 40 interessierten Bürgerinnen und Bürger standen bis in den Flur hinein. Andere wohnten der Veranstaltung gar durch das offene Fenster als „Zaungäste“ bei. Zumindest für heute schien das Interesse an Europa groß.

Dr. Markus Pieper vertritt seit 2004 das Münsterland im Europäischen Parlament und sprach sich mehrmals für ein „Europa der Kernkompetenzen“ aus, gegen zu viel europäisch Einmischung in regionale Fragen. Das Europäische Parlament solle nur dort regeln, „wo Deutschland nicht alleine handeln kann“.

Etwa bei Fragen der Sicherheit: „Kriminalität kennt keine Grenzen“, sagte Polenz. Und Fragen zu landwirtschaftlichen Standards, zu Frische und Qualität der Lebensmittel könne „nur Europa beantworten“, so Röring.

Das Publikum interessierte sich dann aber weit weniger für das veranschlagte Thema „grüne Gentechnik“, sondern wollte viel lieber wissen, wann es beispielsweise endlich einheitliche Mehrwertsteuersätze für Europa gebe oder ob es Bürgersprechstunden auf Europaebene gibt. Sie fragten auch Katharina Damm, wie sie sich als Jugendliche fühle, wenn derzeit in der Politik von gigantischen Bürgschafts-Summen für Unternehmen geredet werde.

Lewe betonte die lange europäische Tradition Münsters und erinnerte an den Westfälischen Frieden: „Hier ist eine Weltfriedensordnung entstanden.“ Gerade für Münster als Hochschulstandort sei Europa ein wichtiges Thema, selbst wenn es „wahrscheinlich mehr gut schmeckende Spaghetti-Bolognese-Gerichte gibt als einen gut funktionierenden Bologna-Prozess“.

Für ihn sei Politik auch eine Frage funktionierender Netzwerke. Mit einer CDU-Landes- und auch Bundesregierung, einer Kanzlerin aus Reihen der Union sowie dann einer konservativen Mehrheit im Europäischen Parlament sei ein CDU-regiertes Münster in Europa gut vertreten.
 
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